Es muss nicht immer Italien sein! Verteilt über ganz Deutschland habe ich viele Kontakte und Freunde. Was liegt da näher, als einmal für 10 Tage im Heimatland unterwegs zu sein, um vor Ort Hallo zu sagen. Hier geht es zu den 104 Bildern in der google fotos Bildergalerie.
19.07.24 Freitag Von Memmingen nach Schwarzenbach an der Saale, 359 km, 3.900 Höhenmeter: Der Start in die Reise erfolgte wie fast immer: Mit dem Motorrad morgens ins Büro, und mittags ab in den Urlaub. Das erste Ziel am Freitag war Schwarzenbach an der Saale, Geburtsort meiner Mama und Heimatort meiner Großeltern, bei denen ich als Kind viele tolle Wochen in den 70’er Jahren erleben durfte. Mein Gastgeber war mein Motorradfreund Hannes, der meine Großeltern sogar kannte.
Es wurde gegrillt, gelacht und getrunken mit einigen anderen Gästen. Zudem begann an diesem Tag auch noch das legendäre Wiesenfest. Direkt am Haus von Hannes führt der Weg des Einzuges der Vereine statt. Wer sich irgendwie in der Region engagiert darf da seit der Premiere in 2009 mitmachen:
Auf dem gut besuchten Festplatz konnten wir einen Tisch ergattern, um eine kühle Maß Bier zu genießen:
20.07.24 Samstag Von Schwarzenbach an der Saale nach Rinhardtsdorf, 386 km, 8.500 Höhenmeter: Nach einem tollen Frühstück und einem genialen Abschiedsbild mit 3 1150’er GS mit 41 Liter Tank
begann der eigentliche Motorradspaß, nachdem am Freitag nur Zeit für eine langweilige Autobahnetappe war. Die Route am Samstag war ebenso spontan wie außergewöhnlich. 6 Mal ging es insgesamt über die Grenze nach Tschechien bzw. zurück. Auf knapp 400 km kamen über 8.500 Höhenmeter zusammen.
Das wäre sogar für einen Tag in den Alpen schon ein ganz guter Wert. Unterwegs war alles dabei, tolle Häuser in Asch in Tschechien
renovierungsbedürftige Häuser in Bleistadt
eine Oldtimerausfahrt in Sauersack
und Ruinen in Jungenhengst (die Orte heißen tatsächlich so)
Der Kiosk in Tschechien mitten in der Pampa auf einer Wiese kam für eine schöne Pause genau recht, einladender kann ein bewirtschafteter Platz kaum sein. Ich mag die kleinen, liebenswerten Orte. Hamburger stand zur Auswahl, das passt ganz gut zu einem Mopedtag. Leider haben wirklich viele Wespen die Mahlzeit etwas ungemütlich gemacht,…irgendwas ist fast immer. Egal, ich habe es mir trotzdem schmecken lassen
Der Fichtelberg lag auch noch am Weg
Spätnachmittags traf ObeliGS noch seinen großen Bruder
So schaut es in Maly Haj in Tschechien aus
Um 19:30 Uhr war ich immer noch unterwegs. Ich liebe die Abendstimmungen mit tiefstehender Sonne, tollem Licht, leeren Straßen und kühleren Temperaturen an heißen Tagen, hier in Fürstenau
Auch in Gohrisch gab es eine schöne Kirche, leider wenig dekorativ mit ca. 100 in Plastik verpackten Winterfuttervorräten die das Weidevieh davor. Auf die andere Seite für ein schöneres Foto wäre ich nur zu Fuß gelangt, und dazu war ich dann zu faul
Einquartieren durfte ich mich in Reinhardtsdorf-Schönä im Bauernhof Welde
Mein Motorrad stand überdacht (wäre gar nicht nötig gewesen), noch dazu unmittelbar neben dem Brotzeitplatz. Der Weg zum Proviant in meinen Boxen am Motorrad war kurz, und die 2 Feierabendbiere zur Brotzeit durfte ich dann auch noch zusammen mit dem Hausherrn bei sehr interessanten Gesprächen genießen. Ein ziemlich perfekter Motorradtag
21.07.24 Sonntag Von Rinhardtsdorf nach Müllrose, 394 km, 4.500 Höhenmeter: Zum Start ging es erst einmal Richtung Südosten Richtung Tschechien, mehr oder weniger zufällig an der Bikerhöhle in Tschechien vorbei
In Bogatynia lag noch eine wirklich schöne Kirche auf dem Weg
In der Region gibt es viele sandige, legal befahrbare Wege. Für Enduristen mit leichten Motorrädern mag das eine Freude sein, für mich als Tourenfahrer mit einem schweren Motorrad alleine unterwegs war umdrehen die vernünftigere Variante
Kurz vor Feierabend lag nochmals eine tolle Kirche am Weg. Das sind immer wieder tolle Fotomotive
Im Gasthaus am Kanal in Müllrose fand sich noch ein Plätzchen für mich. Aber leider hatte die Küche schon geschlossen. Also gab es die letzten Reste, dazu aber immerhin frisch gezapftes Bier. Diese Tagesetappe ganz in Osten Deutschlands
war definitiv interessant, auch wenn natürlich in der 2. Tageshälfte die Berge und Kurven schon etwas gefehlt haben.
22.07.2024 Montag Von Müllrose nach Vienenburg, 480 km, 3.000 Höhenmeter: Zusammen mit mir waren 3 niederländische Biker zu Gast in der Unterkunft. Die waren auf dem Weg nach Rumänien. Einer fuhr ein Dreirad Marke Eigenbau. Das wichtigste Kriterium war ein tiefer Schwerpunkt
Es hätte von meinem Ausgangsort einen direkteren Weg Richtung Norddeutschland gegeben. Aber ich bildete mir ein, noch die Kurven im Harz mitnehmen zu müssen. Durch Berlin durch war keine Option. Aber der Weg im Norden um Berlin herum war dann doch arg mühsam. Im Nachhinein hätte ich besser den Harz ausgelassen und mich nördlicher gehalten
Tolle Kirchen liegen immer wieder auf dem Weg
andere alte Gebäude natürlich auch
Überwiegend war es jedoch eher flach und fad, in etwa so
Die Abendrunde im Harz hat sich dann aber doch noch richtig gelohnt, natürlich kaum Verkehr, und das bei bestem Wetter. Immer wieder tolle Gebäude
oft Hotels
aber leider über weite Strecken auch richtig trostlos wegen des gigantischen Waldsterben im Harz. Angeblich wirkt sich jetzt die Fichtenmonokultur, auf die man in den 1930’er Jahren gesetzt hatte, negativ aus. Andererseits soll mittelfristig eine Erholung der Natur in Sicht sein. So kann man auf der Website des Nationalpark Harz nachlesen:
„Dürre, Borkenkäfer und Stürme treiben das Baumsterben im Harz voran. Seit 2018 hat der Nationalpark Harz mehr als 11.600 Hektar Fichtenwald verloren. Insgesamt sind circa 90 Prozent des früheren Fichtenbestandes im Nationalpark inzwischen abgestorben. „Das ist auf den ersten Blick für viele Besucherinnen und Besucher des Harzes erstmal ein gewöhnungsbedürftiger Anblick“, sagte Umweltminister Christian Meyer beim Besuch des Nationalparks Harz im Rahmen seiner Sommertour. „Aber die natürliche Waldentwicklung schreitet dynamisch voran, überall entsteht neues Leben und am Ende wächst hier ein klimaresistenter Wald heran.“
Für die Übernachtung brauchte ich nur ein sauberes, günstiges Zimmer mit einem Restaurant in der Nähe. In Vienenburg fand ich das Gästehaus Harz, sehr kurios. Das Haus wurde wohl erst kürzlich von indischen Betreibern übernommen. Alles war sehr pragmatisch, Frühstück gab es (wieder) keines, aber dafür eine Garage für mein Motorrad, Bier vom Fass und indische Küche, für mich eine akzeptable Mischung.
23.07.2024 Dienstag Von Vienenburg nach Brunsbüttel, 453 km, 2.800 Höhenmeter: Das Frühstück wollte ich mir durch eine ausgiebige Runde am Morgen durch den Harz erst einmal verdienen, was mir auch gelang
Mehr oder weniger zufällig kam ich dann noch an der Stabkirche Hahnenklee vorbei, erbaut 1907/08. Der Weg in den Norden war dann doch deutlich weiter und langweiliger als gedacht. Gut, dass ich morgens schon reichlich Motorradspaß hatte. Erst hinter der Elbe war wieder etwas geboten, diesmal ein knackiges Gewitter, welches ich in einem Cafe aussaß
Das Abendziel lag in Brunsbüttl. Auswanderer aus Buxheim, Horst und Sabine, hatten mich eingeladen. Vielen Dank für die köstliche Verpflegung sowie den lustigen und geselligen Abend
Untergebracht war ich gleich gegenüber im Hotel Kleiner Yachthafen. Sehr chic da, wenn auch natürlich etwas teurer.
Datum: 28/07/2024
Dauer: 10
Region: Deutschland
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